Webdesign, Webprogrammierung und was dabei beachtet werden muss
Mit einer Webpräsenz stellen Sie sich, Ihr Unternehmen oder Ihre Dienstleistung anderen Menschen vor. Eine Webseite erstellt man nicht, um sie sich selbst
anzuschauen, sondern für die Besucher, die alle als potentielle Kunden anzusehen und dementsprechend zu behandeln sind! Das Internet ist schnelllebig,
laufend eröffnen sich neue Möglichkeiten. Wer in diesem Medium nicht untergehen will, muss sich ständig informieren und weiterbilden!
Wer geschäftlich erfolgreich sein will, benötigt heute einen professionellen Internetauftritt um damit einen größeren
Kundenkreis auf sich und auf seine Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen.
Das Bedürfnis nach Information sowie die Lese- und Surfgewohnheiten Ihrer Besucher sind wichtiger als Ihre persönlichen
Layout-Vorstellungen! Jede Seite Ihrer Internetpräsenz ist genauso wichtig wie alle anderen und sollte den Besuchern die Möglichkeit bieten - und
deren Interesse wecken - sich auf weitere Unterseiten über Ihr Unternehmen zu informieren.
Bei der Auswahl Ihres Webdesigners oder Ihrer Webagentur, sollten Sie folgende Punkte besonders beachten:
- Ist die Website der Webagentur/des Anbieters gut strukturiert?
Ein Webdesigner hat die Aufgabe, die Wünsche seiner Auftraggeber, die Erwartungen der Webseitenbesucher und die technischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen! Finden Sie, ohne langes herum suchen die Informationen, die Sie interessieren? Ist die Navigation auf den Seiten übersichtlich und selbsterklärend?
- Wie sehen die Webseiten aus, die der Anbieter bereits für seine Kunden erstellt hat?
Viele Anbieter haben eine Seite mit »Referenzen« oder auch »Portfolio« genannt, wo sie ihre bereits erstellten Webseiten präsentieren. Einige Webdesigner tun dies bewusst nicht, um sich nicht in die Karten schauen zu lassen - andere dürfen das aus rechtlichen Gründen nicht und müssen erst die Einwilligung ihres Kunden erhalten.
- Sehen die Seiten in verschiedenen Browsern gleich aus?
Testen Sie die Seiten mit den gängigsten Browser, wie z.B.: Firefox, Opera, Safari und dem Internet Explorer.
Geringe optische Fehler im Layout sind normal, grobe Darstellungsunterschiede sollten jedoch nicht auftreten! Ein Webdesigner, der sein Handwerk beherrscht, sollte die Stärken und Schwächen der meist verbreiteten Browser kennen und seine Webseiten dementsprechend gestalten können. Hinweise wie »Diese Webseite wurde optimiert für Browser XY« sind bereits auf einer privaten Homepage ein Armutszeugnis - erst recht aber, wenn solche Hinweise auf Webseiten von Agenturen zu lesen sind!
- Prüfung 1: Entsprechen die Seiten den Webstandards des W3C-Konsortiums?
Eins der wichtigsten Kriterien ist die Einhaltung vorgegebener Webstandards. Erfüllt die Webseite dies nicht, ist Ärger meist vorprogrammiert. Rufen Sie hierzu den kostenlosen Webseiten-Validator des W3C auf und kopieren Sie in das Feld »Address« die URL-Adresse des Anbieters um sie zu testen - hier als Beispiel unsere Seite: www.pisica.de. Das Ergebnis sollte immer einen grünen Balken mit dem Inhalt »This document was successfully checked as XHTML 1.0 Strict!« ergeben. Prüfen Sie nicht nur die Startseite einer Webseite, sondern auch einige Unterseiten denn oft wir nur die Startseite als »Vorzeigeseite« fehlerfrei erstellt!
- Prüfung 2: Wurde das Layout der Webseite mittels CSS (Cascading Style Sheets) gestaltet?
Mit dem ebenfalls kostenlosen CSS-Validator des W3C kann man das CSS-Layout einer Webseite prüfen - hier z.B. das CSS-Layout unserer Webseite www.pisica.de. Als Ergebnis sollte auch hier ein grüner Balken mit dem Inhalt »Gratuliere! Keine Fehler gefunden.« zu sehen sein. Falls eine der beiden Prüfungen einen roten Balken ergibt, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie die Dienste dieser Webagentur wirklich in Anspruch nehmen wollen!
Übrigens: Eine richtig erstellte Webseite muss gänzlich ohne Layout auskommen, dabei muss die Navigation und der Inhalt der Seite immer noch klar strukturiert und bedienbar sein!
- Die oben genannten 2 Prüfungen auf Validität ist sehr wichtig für die Zukunft Ihrer Webseite, denn nur eine fehlerfreie und klar strukturierte Webseite erreicht bei Internet-Suchmaschinen (Google, Yahoo und Co.) einen hohen Rang und ist somit per Suche »auffindbar«!. Auch die Pflege und die Updatemöglichkeit der Webseite wird durch eine klare Trennung zwischen Layout und Inhalt enorm erleichtert!
- XHTML oder HTML?
Ihre zukünftige Webseite sollte nicht mehr mit dem alten HTML 4.01-Format (Jahrgang 1999) oder niedriger gestaltet werden, sondern im aktuellen XHTML-Format (Version »Strict« oder »Transitional«) - aber auf gar keinen Fall als »Frameset«! Frameset- und Tabellenlayouts gab es in den 80er und 90er Jahren, so etwas verwendet man heutzutage nicht mehr.
- Funktioniert die Navigation auch ohne JavaScript?
Prüfen Sie ob umfangreiche und komplexe Navigationen, die über mehrere Ebenen verschachtelt sind, mit JavaScript realisiert wurden. Die Navigationsunterpunkte erscheinen erst dann, wenn der Mauszeiger sich über einem »Hauptmenüpunkt« befindet. Um diese Effekte zu realisieren, wird leider in vielen Fällen ausschließlich JavaScript eingesetzt, so dass Besucher mit deaktiviertem JavaScript die Unterpunkte nicht aufrufen können. Eine gute Webseite muss ganz ohne JavaScript auskommen, alle technische Vorteile von JavaScript lassen sich problemlos mit standardkonformen CSS gestalten!
- Werden Tabellen zu Layoutzwecken missbraucht?
Tabellen mit ihrer Aufteilung in Spalten und Zeilen sind wunderbar um damit tabellarische Daten auf einer Webseite darzustellen. Leider verwenden viele Webdesigner Tabellen, um damit das Layout einer gesamten Webseite zu gestalten! Ein Tabellenlayout bläht den Quelltext einer Webseite auf, der dann dadurch schwer zu pflegen und zu erweitern ist. Auf einer modernen Webseite sollten auf keinen Fall Tabellen für das Layout eingesetzt werden. Lassen Sie sich auf keinen Fall von einem Webdesigner/Webagentur etwas anderes einreden - Sie werden früher oder später das Nachsehen haben und auf hohen Umbaukosten sitzen bleiben!
- Usability und Barrierefreiheit
Die Usability (Benutzerfreundlichkeit) und die Barrierefreiheit bezeichnet Web-Angebote, die von allen Nutzern unabhängig von körperlichen oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt genutzt werden können. Alle Informationen, die Ihre Webseite bereitstellt, müssen von allen Besuchern ohne Umwege und lange Sucherei abgerufen werden können. Aus diesem Grund müssen barrierefreie und benutzerfreundliche Webseiten immer die vorgegebenen Webstandards einhalten!
- Ist die Bedienung der Webseite auch ohne Maus möglich?
Viele motorische Behinderungen führen dazu, dass Nutzer statt der Maus alternativen Eingabegeräten verwenden, beispielsweise die Tastatur. Prüfen Sie, ob sich die Webseite auch ohne Maus (nur per Tastatur) bedienen lässt - ob Sie mit der Tabulator-Taste problemlos die Navigation erreichen und sich auch jeder Hyperlink im Inhalt der Seite, mit der ENTER-Taste aufrufen lässt.
- Lässt sich die Schriftgröße der Webseite skalieren?
Der Internet Explorer bis zur Version 7, skaliert keine Schrift deren Größe in der Einheit »px« (Pixel) definiert wurde! Wenn Sie also mit dem Internet Explorer eine Webseite aufrufen, muss sich die Schriftgröße über die entsprechende Bedienmöglichkeit des Browsers (z.B. Internet Explorer: Menü > Ansicht > Schriftgrad) problemlos vergrößern und verkleinern lassen. Auf einem 22-Zoll Bildschirm (1920x1080 px) ist die Standardschriftgröße viel kleiner als auf einem 17-Zoll Bildschirm. Diese Besucher wären dankbar, wenn sich die Schriftgröße vergrößern ließe! Ist dies nicht der Fall, dann ist der Webdesigner nicht in der Lage, benutzerfreundlich zu arbeiten! Diese Usability-Voraussetzungen sollten für einen modernen Webdesigner selbstverständlich sein.
Erklärung einiger Begriffe aus dem Bereich Webdesign und Webprogrammierung:
W3C
Das World Wide Web Consortium, kurz W3C
ist das Gremium zur Standardisierung der das World Wide Web betreffenden Techniken. Gründer und Vorsitzender des W3C ist Tim Berners-Lee, der auch als
der Erfinder des World Wide Web bekannt ist. Das W3C entwickelt technische Spezifikationen und Richtlinien mittels eines durchgehend entwickelten Prozess um
maximalen Konsens über den Inhalt eines technischen Protokolls, hohe technische und redaktionelle Qualität und Zustimmung durch das W3C und seiner
Anhängerschaft zu erzielen.
HTML/XHTML
HTML steht für Hypertext Markup Language
(Hypertext-Auszeichnungsprache) und stellt dem Browser die notwendigen Informationen zur Anzeige eines HTML-Dokuments zur Verfügung. HTML ist keine
Programmiersprache, sondern eine Auszeichnungsprache um den grafischen Teil einer Webseite darzustellen. Das X in XHTML bedeutet »extensible«
(erweiterbar) und steht für eine Neudefinition von HTML mit Hilfe von XML (Extensible Markup Language).
CSS
Cascading Style Sheets, kurz CSS
ergänzt HMTL/XHTML, indem damit die Formateigenschaften definiert werden. Eine moderne Webseite, in der stets Markup und Design (Inhaltsauszeichnung
und Darstellung) strikt trennen sein sollte, übernimmt CSS die Aufgabe, die Elemente zu formatieren. Durch den Einsatz von CSS wird die Ladezeit einer
Webseite und ihre Benutzerfreundlichkeit gesteigert. CSS wird von allen modernen Browsern interpretiert und erleichtert enorm die Pflege einer Webseite.
PHP
Die Serverseitige Scriptsprache PHP ist z.Z.
die am meisten genutzte und eingesetzte Programmiersprache im Internet. Sie wird hauptsächlich zur Erstellung dynamischer Webseiten und Webanwendungen
verwendet. Die meisten CMS und E-Commerce Systeme sind in PHP geschrieben. Komplexe Webseiten und Shopsysteme können mit PHP und einem
MySQL-Datenbankserver komfortabel verwaltet
und aktualisiert werden.
JavaScript
Die Skriptsprache JavaScript wird fast
ausschließlich in Webbrowsern eingesetzt und ausgeführt. Mit Hilfe von JavaScript lassen sich diverse Effekte realisieren. Im modernen Webdesign
sollte JavaScript stets als alternative Möglichkeit eingesetzt werden um Besucher zusätzlichen Komfort anzubieten. Das Abrufen wichtiger
Informationen sollte keinesfalls von JavaScript abhängig sein. Einige Besucher haben Javascript deaktiviert, z.B. wegen bekannter Sicherheitsrisiken
oder weil sie vermeiden möchten, dass andauernd Werbefenster und Popups aufgehen. Jeder Browser bietet die Möglichkeit JavaScript zu deaktivieren,
d.h. alles was bei der Darstellung, von JavaScript abhängig ist - wir nach dem deaktivieren von JavaScript - nicht mehr funktionieren!
Flash
Webseiten, die zur Darstellung spezielle Plugins erfordern, sollte man sich gründlich vorher überlegen. Flashdateien sind nicht semantisch, das
heißt eine Suchmaschine kann die Datei zwar aufspüren, sie weiß jedoch nicht welche Informationen sie beinhaltet. Das ist ein sehr
wichtiger Unterschied zu klassischen (X)HTML-Seiten, denn deren Inhalt kann von einer Suchmaschine Wort für Wort eingelesen und indiziert werden!
Die Nachteile einer Flash-Webseite gegenüber HTML/XHTML Webseiten: Flashinhalte werden von Suchmaschinen nicht indiziert und somit auch nicht gefunden,
nicht alle Besucher haben das Flash-Plugin installiert und einige Systeme und Browser können Flash-Webseiten gar nicht darstellen. Flash ist nicht
barrierefrei, die Navigation kann nur per Maus bedient werden, man kann keine Lesezeichen setzen, kann die aktuelle Seite nicht speichern um sie später
offline zu lesen, kann die Seiten nicht verlinken oder weiter empfehlen und die Schrift lässt sich nicht skalieren, was für Sehbehinderte ein
massives Problem darstellt. Flash
sollte daher bestenfalls auf Unterseiten eingesetzt werden, um z.B. ein Produkt als animierte Präsentation vorzustellen. Alternativ sollte das in Flash
"gesehene" nochmal als Text dargestellt werden, damit alle Besucher erfahren was in der Presentation zu sehen ist.
Barrierefreiheit
Das Behindertengleichstellungsgesetz vom 27.04.2002 (BGBl. I S.1467) fordert in §11 Abs.1, dass Webseiten deutscher Behörden auch für Menschen
mit Behinderungen uneingeschränkt zugänglich, also barrierefrei sein müssen. §11 Abs.2 sieht ausdrücklich vor, dass das zumindest auf
freiwilliger Basis auch für andere, nicht von Behörden und Ämter erstellte Webseiten eingehalten werden sollte.
Webseiten sind dann barrierefrei,
wenn z.B. auch blinde Mitmenschen problemlos die bereitgestellten Informationen aufrufen können oder Menschen mit motorischen Störungen die
Navigation beispielsweise über die Tastatureinheit oder alternativen Eingabegeräte bedienen können.
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